Halluzination oder Realität?

Nahtod-Erfahrene scheuen sich oft, über ihre lebhaften Erlebnisse zu berichten. Sie befürchten, dass sie nicht ernst genommen werden oder gar für verrückt gehalten werden. Wer es seinem Arzt erzählt, stösst oft auf Unverständnis oder die Bemerkung „das haben Sie nur geträumt“. Eine Patientin musste sich sogar von einer Nonne sagen lassen, dies alles sei „Teufelswerk“ (siehe dazu hier). Indes haben Nahtod-Erfahrene fast immer das sichere Gefühl, dass sie hier etwas reales erlebt haben, und im Unterschied zu einem Traum hält dieses Gefühl lebenslang an.

Die Welt spaltet sich in zwei Lager, solche, die dran glauben, und solche die es nicht glauben.

Monismus – die gegenwärtige Wissenschaft

Die gegenwärtige Wissenschaft baut auf der Hypothese des Monismus: es gibt nur das, was wir sehen und anfassen können. Es gibt nichts ausser dem, was aus Materie besteht und mit materiellen Instrumenten messbar ist. Der Körper ist eine sehr komplizierte biologische Maschine, das Bewusstsein sitzt im Gehirn. Eine Seele gibt es nur im Sinne einer „Psyche“, d.h. im Sinne der emotionalen Anteile des Ich-Bewusstseins. Die Neurowissenschaft hat seit der Entwicklung des MRI (Kernspin) grosse Fortschritte gemacht. Mit dieser Technik lassen sich Aktivitäten in verschiedenen Stellen unseres Gehirnes bildhaft darstellen und durch geeignet angelegte Untersuchungen mit psychischen Erlebnissen verbinden. Wir können eine Landkarte unseres Gehirnes darstellen, wir wissen, wo das Sprachzentrum sitzt, wo Zentren für positive Gefühle und für schlechte Gefühle sitzen, wir wissen, dass jeder Tätigkeit des Menschen eine Aktivität in einer Gehirnregion vorangeht. Man geht davon aus, dass alle Erinnerungen, Erlebnisse und alles Wissen im Gehirn gespeichert seien, man weiss aber nicht, auf welche Weise – in welchem Format? elektrisch oder biologisch? wie ist es kodiert? Den genauen Sitz des Ich-Bewusstseins hat man auch noch nicht gefunden. Nach einer Aufzählung des deutschen Philosophen David Precht gibt es gemäss der heutigen Wissenschaft statt einem einzigen Ich-Bewusstsein vielmehr acht verschiedene Zentren, die dem Ich-Bewusstsein zugeordnet werden. Für mich keine wirklich befriedigende Erklärung meines Ichs. Das heisst aber auch, dass sowohl der Monismus als solcher als auch die Annahme, dass das Gehirn der Ort und Grund unseres Bewusstseins ist, Hypothesen sind, also allgemein anerkannte, aber unbewiesene Annahmen. Man muss allerdings gut unterscheiden zwischen Bewusstsein und Persönlichkeit, zu Persönlichkeitsmerkmalen im Gehirn siehe hier.

Aus der Sicht des Monismus stellen sich Nahtoderlebnisse folgendermaßen dar: der Mensch habe einen Bedürfnis, nach Sinn und Geborgenheit zu suchen. Aus diesem Bedürfnis heraus habe er die Religionen entwickelt. Aus diesem Bedürfnis heraus forme er nun in seiner Fantasie solche Erlebnisse, die seinen Wunsch nach einem höheren Sinn und auch nach einem Weiterleben nach dem Tod stillen. Durch Beobachtung von Menschen und verschiedenen Volksstämmen kann man dieses Bedürfnis beobachten und folgern, dass dieses Bedürfnis tatsächlich vielerorts vorhanden ist. Das ist natürlich kein Beweis dafür, dass Nahtoderlebnisse nur eine durch diese Bedürfnissse geformte Halluzination wären.

Vertreter der Monistischen Auslegung der Nahtoderlebnisse in Deutschland: Michael Schröter-Kuhnhardt (Psychiater), Prof. Huber Knoblauch (Soziologe), in den USA: G.M. Woerlee (Anästhesist)

Dualismus – ein anderes Modell

Demgegenüber steht die uralte Hypothese des Dualismus: es gibt einen Leib (Körper) und eine Seele. Die Seele lebt in einer feinstofflichen Welt außerhalb unserer materiellen Dimension und ist daher für unsere Wahrnehmungssinne und für unseren Messinstrumente nicht feststellbar. Beim Tod trennt sich die Seele vom Körper und lebt weiter.

Esoteriker sagen, man habe vor der Geburt bereits in der jenseitigen Welt gelebt und habe daher bei solchen Nahtoderfahrungen das Gefühl, dass man dort zu Hause wäre. Kleine Kinder hätten noch gewisse Verbindungen zu oder Erinnerung an diese jenseitige Welt. Dies Erinnerungen würden sich beim heranwachsen, ungefähr im Alter von sechs Jahren, verlieren und seien danach nur noch unbewusst vorhanden. Dies sei jedoch die Grundlage für die Bildung von Religion und für das Bedürfnis des Menschen nach einem höheren Sinn und nach einem Weiterleben nach dem Tod.

Wenn man den Berichten der Nahtod-Erlebnisse zuhört, dann hat man den Eindruck, dass die betreffenden hier tatsächlich erleben und sehen, wie die Seele sich für eine Zeit vom Körper trennt und danach wieder in ihn zurückkehrt.

Vertreter der dualistischen Auslegung von Nahtoderlebnissen: Raymond A. Moody (Philosoph und Psychiater), Elisabeth Kübler-Ross (Psychiaterin, Schweiz, 1926-2004), Michael Sabom (Kardiologe, USA), Prof. Kenneth Ring (Psychologie, USA), Pim van Lommel (Kardiologe, Niederlande), Walter van Laack (Orthopäde, Deutschland) u.v.a.

Welches Modell?

BewusstseinKommen solche Jenseits-„Halluzinationen“ daher, weil ein Urbedürfnis nach Lebenssinn genetisch angelegt ist, oder haben wir das Bedürfnis nach Sinn und Weiterleben, weil wir eine jenseitige Seele haben? Eine Entscheidung, welche dieser beiden Hypothesen der Wahrheit entspricht, ist nicht möglich und ist wie die Frage, was zuerst da war, Huhn oder Ei. Es führt zu einem Zirkelschluss. Der Streit zwischen diesen beiden Anschauungen ist uralt und fand bereits bei den alten Griechen statt.

Übrigens sind die Lager unter der normalen Bevölkerung in westlichen Ländern ungefähr 50% – 50% verteilt (Abweichungen je nach Land und Alter der Befragten). Nur unter amerikanischen Ärzten glauben nur 18% an Nahtoderfahrungen. In Asien, Afrika und wohl auch Südamerika ist der Glaube an eine unsterbliche Seele Allgemeingut.

Eines muss auf jeden Fall gesagt werden: egal, welchem Lager man angehört oder welche Hypothese man sich zu eigen gemacht hat, es handelt sich bei den Nahtoderlebnissen um ein ernst zu nehmendes Phänomen, dass in zahlreichen Studien untersucht wurde. Es handelt sich keineswegs um Zeichen eines beginnenden Wahnsinns, wie manche Nahtod-Erfahrene befürchten. Es gibt keinen einzigen Fall, in dem ein Nahtoderlebnis sich später zu einer psychiatrischen Erkrankung entwickelt hat.

Monistische Erklärungsversuche

Sind diese Nahtod-Erlebnisse also real bzw. lassen Sie sich beweisen oder sind es einfach bestimmte Fehlfunktionen unseres Gehirns?

Von der monistischen These ausgehend, gibt es nun folgende Einwände gegen eine Realität von Nahtod-Erlebnissen:

Hormone: das Glücksgefühl sei durch bestimmte Endorphine, also Glücksgefühl-erzeugende Botenstoffe des Nervensystems, erzeugt. Insbesondere setze das Gehirn im Moment des Herzkreislaufstillstandes Ketamin-ähnliche Stoffe frei, die sowohl ein Glücksgefühl erzeugen als auch ein längeres Überleben der Hirnzellen bewirken.

Gegenargument: Bei jedem Unfall oder Operation steht der Körper unter einem ständigen Stress, bedingt durch die Verletzungen. Dies führt nach aller Erfahrung, die man mit Operationen hat, nicht zu einem Glücksgefühl. Wenn nun allein die Tatsache des Herzstillstandes zu einer Endorphin-Ausschüttung führt, dann müsste bei jedem Toten das Gehirn voller Endorphine sein, denn bei jedem Toten ist ja das Herz stehen geblieben. Das wäre einfach zu überprüfen, wurde aber niemals nachgewiesen.
Sobald die Nahtod-Erfahrenen jedoch wieder wach bzw. in Ihrem Körper sind, spüren sie wieder ihre Schmerzen, aber das Glücksgefühl besteht nur noch in ihrer Erinnerung. Wäre es eine Hormonwirkung, dann müsste diese länger anhalten, denn  es braucht einige Zeit, bis die Hormone wieder abgebaut sind. Man kann dies beobachten bei den NTE-Fällen während Verkehrsunfällen, bei denen sofort nach Beendigung der NTE, also bei der „Rückkehr in den Körper“, das wache 3-D-Bewusstsein da ist und die Personen über Schmerzen in ihrem Körper berichten, das Glücksgefühl ist dann weg und existiert nur noch in der Erinnerung. Bei vielen anderen NTE-Fällen, wo die Patienten erst einige Stunden nach einer Reanimation oder erst nach einer Operation ihr normales Bewusstsein wieder erlangen, lässt sich diese spezielle Frage nach der Nachwirkung eventueller Hormone nicht beantworten.
Aber selbst wenn das Glücksgefühl eine Folge von Hormonen wäre, dann würde das Hormon nur diesen kleinen Teil und nicht viele andere Details erklären können. Es ist keine hinreichende Erklärung für die Nahtod-Erfahrung.

Trennung vom eigenen Körper, out-of-body-Erlebnis (Schwebeerlebnis über dem eigenen Körper): das Gehirn ist über bestimmte Schaltstellen mit dem eigenen Körper verbunden, ein Zentrum für das Wahrnehmen des eigenen Körpers liegt im Temporallappen (Scheitellappen des Gehirns). Die Elektrostimulation dieser Hirnregion erzeugt ein Gefühl des Losgelöstseins vom eigenen Körper. Im Moment des Herzkreislaufstillstandes würden nun diese Schaltstellen nicht mehr funktionieren und daher die Illusion einer Loslösung vom eigenen Körper erzeugen. Drogen wie LSD und das Narkosemittel Ketamine können das Gefühl einer Loslösung vom Körper erzeugen.

Gegenargument: Diese Theorie erklärt jedoch nicht, warum man nicht nur vom Körper losgelöst ist, sondern an der Decke schwebt und den eigenen Körper aus einer Vogelperspektive unten liegen sieht. Die korrekten Beobachtungen an entfernten Orten während einer NTE können so nicht erklärt werden. Ausserdem erklärt diese Theorie nicht die zahlreichen out-of-body-Erlebnisse von Personen, die nicht klinisch tot sind, die keinen Herzkreislaufstillstand haben, die beispielsweise lediglich entspannt im Liegestuhl liegen. Mit welchem Mechanismus sollten diese nun das Schaltzentrum im Temporallappen ausschalten?

Wissen über Reanimationsvorgänge aus dem Fernsehen: Materialisten behaupten, dass die Vorgänge während einer Reanimation ja aus dem Fernsehen allgemein bekannt wären und dass Nahtoderfahrene sich einfach aus diesem Wissen heraus ihre Geschichte zusammenbasteln.

Gegenargument: Um dies auszuschliessen, befragte M. Sabom in seiner Studie 25 reanimierte Patienten, die keine Nahtod-Erfahrung hatten, über ihre Reanimation. Jeder von ihnen berichtete mindestens einen Aspekt, der nicht mit der Realität übereinstimmte. Dagegen waren alle Berichte von echten Nahtod-Erfahrenen korrekt.

Tunnelerlebnis: Neurowissenschaftler wenden ein, dass sich in der Situation des Herzkreislaufstillstandes die Gehirnfunktion zentralisiert, dass also auch in der Sehrinde der Fokus nur noch auf der Mitte des Auges liege, alles andere drumherum erscheint verschwommen und bildet die Wand des Tunnels.

Lichterlebnis: hemmende Nervenimpulse auf die Sehrinde in der hinteren Hirnrinde würden durch den Herzkreislaufstillstand aufgehoben, dadurch käme es zu einer Überaktion der Sehzellen, die ein helles Licht vortäuschen.

Lebensrückschau: hemmende Nerveneinflüsse auf die Erinnerungen in der Hirnrinde seien aufgehoben, deswegen habe man nun freien Zugriff auf alle Erinnerungen.

Gegenargument: Diese Hypothesen sind unbewiesen, niemand kann sagen, wieso im Energie-Mangelzustand die einen Hirnzellen plötzlich weniger, die anderen aber mehr Elektrizität erzeugen sollten. Es ist aus einer materialistischen, neurowissenschaftlichen Sicht des Gehirnes vollkommen unlogisch, dass bei einem Herz-Kreislauf Stillstand, in dem das Gehirn von der Energiezufuhr abgeschnitten ist, das Gehirn besser funktionieren soll, als im normalen Wachzustand. Wir dürfen nicht vergessen, dass zu diesem Zeitpunkt normalerweise keinerlei Gehirnsströme im EEG messbar sind. Im Zustand eines Herzkreislaufstillstandes hat der Mensch kein überdimensionales Bewusstsein, sondern liegt im Koma. In der Notfallmedizin geht man davon aus, dass das Gehirn spätestens zehn Minuten nach einem Herzkreislaufstillstand unwiederbringliche Schäden erleidet.

Verstorbene Verwandte: Hier versucht man psychologisch zu erklären, dass viele Menschen einfach den Wunsch haben, verstorbene Verwandte wieder zu sehen und sich nun dieses Treffen einbilden.

Gegenargument: Diese Theorie kann jedoch nicht erklären, warum Kinder bei einem Nahtod Erlebnis nicht ihre viel geliebte, noch lebende Mutter antreffen, sondern beispielsweise eine längst verstorbene Grossmutter, die sie noch nie gesehen haben und nur von Fotos kennen. Träume handeln fast immer von noch lebenden nahestehenden Personen oder von Menschen, mit denen man an diesem Tag zu tun gehabt hat. Es gibt auch einige Fälle, wo Menschen im Nahtod-Erlebnis einen Verwandten treffen, der erst kurz zuvor gestorben ist, obwohl die Menschen von Tod dieses Verwandten noch gar keine Nachricht erhalten haben.

Fantasiekonstrukt oder Fehlerinnerung, die durch kulturelle Konditionierung bedingt ist: viele Skeptiker sagen, die Nahtod-Erfahrungen, insbesondere der transzendentale Teil, spiegle einfach das, was wir in unserer Glaubenserziehung gelernt haben. Und tatsächlich ist in vielen NT-Erfahrungen die Rede von einer ewig lebenden Seele, von Gott, von Engeln.

Gegenargument: Dagegen steht jedoch, dass weltweit Menschen aus allen Kulturen und Religionen dieselben Nahtod-Erfahrungen haben: Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten, Atheisten, Ureinwohner, Eskimos usw. Dies ergab sowohl die Studie von Dr. Pim van Lommel und die NDERF-Studie von Dr. Jeffrey Long. Und dass auch Kinder unter 5 Jahren dasselbe erleben, bevor sie in ihrer jeweiligen Religion erzogen und geprägt wurden. Ich selbst würde laut meinem römisch-katholischen Katechismus erwarten, dass wir nach dem Tod zunächst ein paar 100 Jahre im Grabe liegen bis zum jüngsten Gericht und dann erst wieder auferstehen. Oder, nach einer landläufigen christlichen Vorstellung: wir gehen nach dem Tod zur Himmelspforte, dort steht Petrus und lässt uns entweder hinein oder nicht, und dann weist er uns einen Platz auf einer Wolke zu. Aber es gibt in den Nahtoderfahrungen keinen Petrus und keine Engel mit Flügel, die auf Wolken sitzen und Harfe spielen. Die Nahtoderfahrungen, die uns weltweit aus allen Kulturen in ähnlicher Art berichtet werden, haben nichts, gar nichts mit der mir bekannten christlichen Glaubensprägung und sicher auch nichts mit vielen anderen Kulturen zu tun. Sie stehen sogar im Widerspruch mit vielen christlichen Auslegungen und werden von manchen Kirchen bekämpft, obwohl sie ja über eine weiterlebende Seele berichten. Ich kannte einen baptistischen Pastor, der diese Nahtodberichte mit Vehemenz ablehnte und neurowissenschaftliche Erklärungsversuche mit Energiemangel des Gehirns heranzog, und es gibt mit Sicherheit viele andere Pfarrer und Priester mit der selben Haltung. Am nächsten würde die Nahtoderfahrung noch einigen Inhalten im tibetanischen Totenbuch entsprechen, aber wer kennt das schon oder hat es gelesen?

Weitere Argumente für den Dualismus

Medizinisch spielt sich bei einem Herzstillstand folgendes ab (nach Pim van Lommel): Nach einem Herzstillstand wird binnen 1 Sekunde die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen, der Mensch verliert das Bewusstsein und fällt in ein tiefes Koma: er hat keine Reflexe mehr, die Pupillen werden weit und reagieren nicht mehr auf Licht, die uralten Reptilien-Reflexe des Stammhirns und selbst das Atemzentrum setzen aus. Durchschnittlich 15 Sekunden nach einem Herzstillstand, in jedem Fall aber spätestens nach 20 Sekunden, ist auch im EEG kein Hirnstrom mehr messbar, da ist eine Null-Linie. Nach dem heutigen Verständnis der Medizin kann ein Mensch, der im Koma oder gar in der Todessituation des Herzstillstandes liegt, kein Bewusstsein mehr haben, da dies ja nach herkömmlicher Auffassung im Gehirn sitzt und das Gehirn nicht mehr funktioniert. Selbst auf einer gut organisierten Intensivstation dauert es 1 bis 2 Minuten, bis eine effektive Reanimation einsetzt. Während einer Reanimation (Herzmassage) werden nur Blutdrücke um 40mmHG erzeugt, das ist experimentell nachgewiesen. Dieser Druck reicht nicht aus, dass Hirnzellen wieder funktionieren. Das Gehirn funktioniert frühestens dann wieder, wenn das Herz aus eigenem Impuls wieder schlägt. In vielen Fällen muss sich aber das Gehirn erst mal von den Folgen des Herzstillstandes erholen und abschwellen. Dass jemand sofort nach der Herzmassage die Augen aufschlägt, das gibt es nur in Hollywood-Filmen. Wenn das Bewusstsein eine komplexe Funktion der Gehirntätigkeit ist, dann kann es während der Dauer einer Reanimation kein Bewusstsein geben.

Die Patienten in der Studie von P. van Lommel waren zwischen 2 und 8 Minuten lang klinisch tot. Die Patienten, die über Nahtod Erlebnisse berichten konnten, hatten aber sehr differenzierte Erfahrungen gemacht.

Wenn Skeptiker nun behaupten, die ganze Halluzination spiele sich während der ersten 15 Sekunden ab, in denen noch elektrische Aktivität im Gehirn nachweisbar ist, dann kann damit nicht erklärt werden, dass Nahtoderfahrenen Einzelheiten aus der Reanimation berichten, die ja ganz zweifellos danach, also während einem Zeitpunkt völlig fehlender elektrischer Hirnaktivität, stattfanden. Anhand der Beobachtungen der Nahtod-Erfahrenen über die eigene Reanimation lässt sich nachweisen, dass die Nahtod-Erfahrung zum grössten Teil während der Zeit fehlender Gehirnaktivität stattfindet.

Medizinisch vollkommen unerklärlich sind nun Fälle eines Herzstillstandes während einer Operation. In diesen Fällen kann es aus zwei Gründen kein Bewusstsein geben: erstens wegen der Vollnarkose und zweitens wegen dem Herzstillstand. Normalerweise haben Menschen weder an die Narkose noch an den Herzstillstand eine Erinnerung.

Unerklärliches Wissen:

Es gibt einige Fälle, wo der NTE-Erfahrene Einzelheiten berichten kann, zu deren Kenntnis er nach monistischer Auffassung keinen Zugang haben konnte. Beispiel:

Die 9-jährige Katie, im Schwimmbecken ertrunken, wiederbelebt und bewusstlos im Krankenhaus, konnte genau erzählen, was sich während dieser Zeit bei Ihr zuhause abgespielt hat. Dies wurde von ihren Eltern bestätigt. (Dr. Melvin Morse und Paul Perry, „Zum Licht – Was wir von Kindern lernen können, die dem Tode nahe waren“)

Ein ähnlicher Fall ist „Marias Schuh“ (USA).

Ein weiterer Fall ist der „Mann mit dem Gebiss“ („denture man“): 1979 wurde in einem kleinen niederländischen Krankenhaus ein 44-jähriger bewusstloser Mann, Hr. Beekhuizen, mit schon lange anhaltendem Kammerflimmern eingeliefert und reanimiert. Der leitende Pfleger nahm im zwecks Intubation (Beatmung mit Schlauch in der Luftröhre) das Gebiss aus dem Mund und legte es in eine Schublade des Notfallwagens. Der Patient erreichte erst nach eineinhalb Stunden wieder einen stabilen Kreislauf, wurde aber zunächst auf der Intensivstation weiter beatmet. Erst eine Woche später traf der Pfleger den Patienten wieder und wurde mit den Worten begrüsst „Sie sind der Mann der weiss wo mein Gebiss ist“, der Patient konnte alle Einzelheiten der Reanimation berichten. Leider verstarb der Patient einige Zeit später, so dass genaue Interviews nicht mehr möglich waren. Der Fall wurde 2001 von Pim van Lommel in der Zeitschrift „Lancet“ veröffentlicht.

Wem dies als Beweis nun nicht genügt, der möge weiterlesen: nämlich, dass auch blinde, sogar blindgeborene, während Nahtod-Erlebnissen oder ausserkörperlichen Erfahrungen tatsächlich visuell und bildhaft sehen können!

Lies weiter: Die Sehfähigkeit von Blinden

Letzte Überarbeitung 12.08.17

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