Die Sehfähigkeit von Blinden

Kann man wissenschaftlich erklären, das Blinde während einem Nahtod-Erlebnis auf eine bildhafte visuelle Art sehen können? Hier zunächst ein par Grund-Vorraussetzungen:

Biologische Werkzeuge zum Sehen

Zum Sehen braucht man wesentlich mehr als zwei gesunde Augen. Natürlich müssen Hornhaut, Linse und Netzhaut, Glaskörper und die Sehnerven intakt sein. Das Bild wird dann über die Sehstrahlen auf die primäre Sehrinde (Area Striata, V1, Brodmann-Area 17) projeziert. Dann wird das Bild in der benachbarten sekundären Sehrinde (Brodmann Area 18) und der tertiären Sehrinde (Brodmann Area 19) weiterverarbeitet, um Formen, Bilder, Gesichter und anderes mehr erkenneSehvorgang1n zu können. Bei Defekten in der primären Sehrinde resultiert die sogenannte „Rindenblindheit“, d.h. trotz gesunder Augen kann man gar nichts sehen. Bei Defekten in Stellen der sekundären und tertiären Sehrinde gibt es Formen teilweiser Rindenblindheit. Beispielsweise gibt es Menschen, die keine geometrischen Formen wie zum Beispiel Kreis oder Dreieck voneinander unterscheiden können, und es gibt andere Menschen, die aufgrund eines anderen Rindendefekts keine Gesichter erkennen bzw. identifizieren können.

Entwicklung ist für das Sehen notwendig

Dieses komplizierte Gebilde muss sich aber in den ersten Lebensjahren entwickeln. Es kann sich nur bei einem gesunden Sehapparat entwickeln. Das Kleinkind verbindet die Eindrücke, die es mit den Augen, mit den Ohren, beim Tasten mit der Hand und beim Laufen und Zurücklegen von Entfernungen erhält. Dadurch entsteht eine visuelle Vorstellung im Gehirn. Ist ein Mensch nun von Geburt an blind, kann er keinerlei visuelle Vorstellung entwickeln, diese Gehirnteile liegen dann brach. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die vor dem 5. Lebensjahr erblinden, in ihrem Leben keinerlei Vorstellung vom Sehen, von Licht und Schatten usw. entwickeln. Selbst wenn Menschen durch eine Augenkrankheit jahrelang nichts sehen können, entwickeln sich diese Gehirnareale zurück. Das Gehirn ist plastisch, d.h. es passt sich ständig an das an, was im täglichen Leben gebraucht wird. Gipst man einen Arm ein, dann entwickelt sich nachweislich das Bewegung-und das Empfindungsareal für diesen Arm im Gehirn zurück, das ist mit Kernspinuntersuchungen nachgewiesen worden. Und wenn der Gips erst nach zwei Monaten wieder abgenommen wird, braucht der Mensch einige Tage, Wochen und Monate bis er seine alte Geschicklichkeit und Kraft wiedererlangt. Hier können sich die Gehirnareale wieder vergrössern. Bei einem Blinden vergrössert sich die Fähigkeit des Gehörs und des Tastsinnes enorm, die entsprechenden Gehirnsareale vergrössern sich. Ein normal sehfähiger könnte nie die Blindenschrift lesen, die allein auf dem Tastsinn beruht.

Kann man Blindheit operieren?

Das kannst du ganz anschaulich in dem Spiegel Bericht von 2003 nachlesen mit dem Titel: Eingriff ins Hirn/ Der Blinde, der sehen kann. Es handelt sich um einen Mann namens Mike May, der im dritten Lebensjahr durch eine Explosion eine schwere Hornhautverletzung erlitt, sodass er vollkommen blind wurde. Er kam ausserordentlich gut mit der Blindheit zurecht und fährt sogar Ski. Ihm wurde dann im Alter von ungefähr 46 Jahren eine neue Hornhaut am rechten Auge eingepflanzt, deren Durchsichtigkeit durch bestimmte Stammzellen aufrechterhalten werden konnte. Die Sehfähigkeit des Auges wurde dadurch exzellent wiederhergestellt, der Mann hat jedoch riesige Schwierigkeiten, Gegenstände zu erkennen: er kann keine Coladose von einem Pfirsich unterscheiden, kann seine Ehefrau nicht erkennen, kann keinen Schatten von einer Treppenstufe unterscheiden usw. Dies wird in diesem Artikel sehr anschaulich dargestellt. Dieser Mann kann sich mit geschlossenen Augen immer noch besser orientieren als mit einem sehenden, jedoch grösstenteils rindenblinden Auge. Und das, obwohl seine Sehrinde in den ersten drei Lebensjahren sich immerhin ein wenig entwickeln konnte.

Kenneth Ring beschreibt einem Mann, dem nach einer in späterem Alter erworbenen Blindheit Hornhauttransplantat übertragen wurden. Die Sehrinde hatte sich während den Jahren schlechten Sehens zurückgebildet. Der Mann konnte auch zwei Jahre nach der Transplantation immer noch nicht sehen, d.h. immer noch keine vertrauten Gegenstände erkennen, und soll sich angeblich aus Verzweiflung das Leben genommen haben.

Was sehen Blinde im Traum?

Ein Blinder lebt in einer vollkommen anderen Welt. Er hat keine Vorstellung von Farbe, keine Vorstellung von Licht und Schatten, keine Vorstellung von irgendwelchen Formen oder vom Aussehen eines Menschen. Er weiss nur wie sich Oberflächen und Gesichter beim Tasten an fühlen. Seine Träume bestehen aus akustischen und taktilen Eindrücken (=Tasteindrücken), er kann auch im Traum nichts sehen, weil er nicht weiss, was bildhaftes Sehen ist, weil er dafür überhaupt kein Gehirnareal hat. Und deswegen kann ein blindgeborener auch nichts visuelles halluzinieren. Nach der monistischen neurowissenschaftlichen Auffassung entspringen alle unsere Fantasien aus irgendwelchen Eindrücken und Erinnerungen, die wir einmal gehabt haben und in unserem Gehirn gespeichert sind, sonst können sie nirgendwo herkommen. Ein Blinder kann nicht einmal die Fantasie entwickeln, dass er sehen könne, wenn er noch nie im Leben gesehen hat.

Was sehen Blinde beim Nahtoderlebnis?

Wenn nun also normal sehfähige Menschen während einer Nahtoderfahrung ihren Körper verlassen und ausserhalb ihres Körpers, d.h ohne ihre Augen, auf eine transzendentale Weise sehen können, wie ist das dann mit blindgeborenen Menschen?

Die Antwort wurde mehrfach untersucht. Die meisten blinden Menschen haben während einer Nahtoderfahrung eine Art Sehvermögen. Kenneth Ring berichtet in seinem 1999 erschienenen Buch über 31 Fälle von Blinden mit Nahtod Erlebnissen. 14 dieser Menschen waren blind geboren, 15 der blinden bzw. 9 der blind geborenen, berichteten über visuelle Wahrnehmungen während Nahtod- oder out-of-Body-Erlebnissen.

Beispiele, dass Blinde beim Nahtoderlebnis sehen

Paradefall aus Rings Studie: Vicki Umipeg (geb. Noratuk) hatte 1973 im Alter von 22 Jahren einen Autounfall und während einer nachfolgenden Operation ein Nahtod-Erlebnis. Das Besondere ist, dass Vicki Umipeg von Geburt an blind war und ist. Sie berichtet, dass sie in ihrem Nahtod Erlebnis gesehen hat. Sie hat ihren eigenen Körper auf dem Operationstisch liegen sehen. Aufgrund und ihrer Blindheit konnte sie bisher nie ihren Körper sehen und hat ihn auch nicht erkannt. Erst als sie den Ehering an ihrem Finger sah, schloss sie daraus, dass dieser Körper sie selbst sein müsse. Sie konnte erkennen, das man hier für die Schädeloperation einen grossen Teil der langen Haare abrasiert hatte, und hat sich darüber geärgert. Sie habe dies alles mit einem geistigen Auge wahrgenommen, als ob sie sehen könne. Nach ihrer Rückkehr in ihren Körper blieb sie weiterhin blind.
(Bericht zum Lesen auf Deutsch)
(Bericht zum Lesen auf Englisch)
(Video Interview: Dort nach unten scrollen und das 3. Beispiel-Video wählen)
(ein anderes Interview-Video auf Englisch, dort Minute 11:30 einstellen)

Unerklärliche Wahrnehmungen von Blinden während AKE oder NTE (die meisten Beispiele stammen aus „Wenn Blinde sehen – Mindsight“ von Kenneth Ring und Sharon Cooper, die Seitenzahlen beziehen sich auf die deutsche Übersetzung, Santiago-Verlag, 1. Ausgabe 2011. Die Namen in Anführungsstrichen sind Pseudonyme, die wahren Namen sind dem Buchautor bekannt):

„Nancy“ (Pseudonym) konnte 2 Männer auf dem Krankenhausflur erkennen zu einem Zeitpunkt, als sie bereits aufgrund einer Operations-Komplikation blind war (Ring Mindsight S. 119)

Eine Patientin von Ingegerd Bergström, die seit 10 Jahren so blind war, dass Sie ihre eigene Küchenspüle nicht mehr sehen konnte, konnte bei einer NTE während eines Herzstillstandes klar sehen, dass das Geschirr auf ihrer Spüle noch ungespült war (Mindsight S. 117)

„Carla“, von Geburt an schwer sehbehindert, konnte während einer NTE die Linien auf den Monitoren des OP-Saals betrachten (Mindsight S. 95). Sie konnte während einer AKE klar die Struktur der Zimmerdecke ihrer Freundin erkennen. Sie hat die Korrektheit der Erinnerung einen Tag später durch Tasten überprüft. (Mindsight S.107) Sie konnte auch während einer anderen AKE das Namensschild einer ihr nicht bekannten Krankenschwester lesen (Mindsight S. 109).

Die blinde „Cheryl“ konnte während einer AKE ihre in einem anderen Haus lebende Freundin in ihrem Badezimmer sehen und konnte später dieses Badezimmer genau beschreiben (Mindsight S. 112).

„Frank“, seit 10 Jahren blind, konnte während einer AKE Farbe und Design einer Krawatte beschreiben, die im eine Bekannte kurz zuvor gekauft hatte, ohne ihm das Aussehen zu beschreiben (Mindsight S.114)

Die Blinden selbst sind durchweg davon überzeugt, dass sie während diesen Erlebnissen regelrecht und auf unerklärliche Weise sehen konnten. Sie waren anfangs völlig verblüfft über ihrer neue Wahrnehmungsfähigkeit. Die mit angeborener Blindheit berichten über eine visuelle Wahrnehmung, die sie bisher im ihrem Leben nie gemacht hatten und auch nicht aus ihren Träumen kannten (blindgeborene haben auch in ihren Träumen keine visuellen Vorstellungen). Die mit erworbener Blindheit berichteten, dass sie mindestens genauso klar sehen konnten wie zu der Zeit, bevor sie ihr Sehvermögen verloren hatten.

Wie können Blinde sehen?

Wie soll nun die herkömmliche Wissenschaft dieses Phänomen erklären? Es gibt eine Art Ersatz-Sehfähigkeit, Wahrnehmung von Licht oder Farbe über die Haut. Aber diese Ersatz-Sehfähigkeiten müssen zuerst lange trainiert werden und stehen nicht plötzlich während eines Herzstillstandes zur Verfügung. Und sie liefern nur verschwommene Eindrücke und dies nur dann, wenn Gegenstände sich ganz nahe an der Haut befinden. Auf keinen Fall können Blinde damit eine klare Sehfähigkeit auf die Ferne erreichen, so wie dies in den Nahtoderfahrungen beschrieben wird. Möglicherweise sind diese Ersatz-Sehfähigkeiten ja auch ein „Sehen mit der Seele“.

Folgerungen, wenn Blinde sehen

Wenn nun also eine blind geborene Frau von einer Fähigkeit des Sehens im Nahtod-Erlebnis berichtet, dann gibt es aus materialistisch-neurowissenschaftlicher Betrachtungsweise heraus überhaupt keinen Ansatz für eine Erklärung. Es ist vollkommen unmöglich, dass ein blindgeborener auch nur eine Vorstellung vom Sehen entwickelt. Es ist vollkommen unmöglich, dass ein blindgeborener in der Situation des Herzkreislaufstillstandes in irgendeiner Form sehen kann.

Viele Wissenschaftler sagen, man konnte und kann nie die Existenz einer eigenständigen Seele, also nicht „Psyche“, sondern eine Seele die den Körper verlassen kann, oder eine jenseitige Welt beweisen. Man kann aber auch nicht beweisen, dass es das nicht gibt, das geht prinzipiell nicht, da genügt aus Gründen der Logik ein einziger Gegenbeweis.

Wissenschaft heisst, unvoreingenommen die Vorkommnisse unserer Welt zu beobachten, zu beschreiben und zu erklären und gegebenfalls die Konsequenzen daraus zu ziehen. Diese Fakten können nun nur durch die dualistische Hypothese erklärt werden, indem man die Existenz einer eigenständigen Seele anerkennt. Wer hier widerspricht, muss eine stichhaltige Erklärung abgeben, wie die hier geschilderten Fakten mit dem monistischen Weltbild erklärt werden sollen. Diese Fakten sind wie Galileis Fernrohr, durch das die Kirchenleute nicht durchschauen wollten, um die 4 Monde des Juppiter zu sehen, denn nach damaliger Ansicht konnte und durfte es ausser der Erde keinen anderen Himmelskörper geben, um den andere Körper oder Monde kreisten.

Wer nun immer noch unbedingt auf seiner monistischen Weltanschauung beharren will, dem bleibt nur noch die Behauptung, dass all diese Berichte aus der ganzen Welt, von verschiedenen Forschern gesammelt, erfunden seien. Ich fände das auf sachlicher Ebene nicht sehr logisch. Aber jeder soll die Weltanschauung haben dürfen, die er für seine psychische Stabilität braucht.

Wir haben eine nicht-materielle Seele und können mit dieser Seele seh-ähnliche Empfindungen haben. Diese unterscheiden sich vom materiellen Sehen mit 2 gesunden Augen: manche der Betroffenen berichten nämlich, dass sie auf ungewöhnliche Art einen 360° Rundumblick haben und während einer NTE gleichzeitig sowohl nach vorn, nach hinten, nach rechts und links und auch nach oben und unten sehen konnten. Andere berichten, dass das Sehen dort eher eine Art inneres Wissen ist, eine Wahrnehmung mit dem „Ich“, die gleichwohl sehr detaillierte Bilder, auch auf die Ferne, liefert.

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Letzte Revision: 10.08.17

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